Frauenbündnis altersvorsorge

Das Frauenbündnis Altersvorsorge hat an seiner letzten Sitzung der Reformvorlage AHV 21 - diskutiert und beschlossen, sich mit folgendem Anliegen an die Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates SGK-S zu wenden:
Bei der Beratung der Vorlage muss der Rentenhöhe der Frauen besondere Beachtung zukommen, denn die Rentenreform muss aus Sicht des Frauenbündnisses Altersvorsorge zu klaren Verbesserungen der Frauenrenten führen.
2020_08_27_Frauenbuendnis_Altersvorsorge



Vernehmlassungsstellungnahme zur Reform der beruflichen vorsorge (BVG-Reform)

Grundsätzliche Bemerkungen
Zurzeit ist über ein Drittel der Frauen überhaupt nicht in der 2. Säule versichert, bei den Männern liegt dieser Anteil nur bei rund 15% (BFS-STATPOP). Wenn Frauen mit einer PK-Rente rechnen dürfen, so ist diese im Schweizer Durchschnitt nur etwa halb so hoch wie diejenige der Männer: Gemäss BFS-Neurentenstatistik betrug eine neu ausbezahlte Altersrente aus der beruflichen Vorsorge im Jahr 2017 für Frauen 1221 Franken, für Männer 2301 Franken (Median pro Monat). Dies bedeutet, dass jeweils 50% der Personen eine höhere und 50% eine tiefere Rente erhielten. In Branchen mit einem hohen Anteil an Frauen und Teilzeitangestellten bewegen sich die Renten auf einem extrem niedrigen Niveau, oft betragen sie deutlich weniger als die Hälfte des Schweizer Durchschnitts. In der Gastronomie
betragen die PK-Renten der zwei bedeutendsten Vorsorgeeinrichtungen der Branche durchschnittlich 600 bzw. 500 Franken pro Monat.
Die durchschnittliche Rente der Pensionskasse Coiffure & Esthétique beträgt rund 800 Franken und auch im Detailhandel sind die Altersrenten nur ungefähr halb so hoch wie im Schweizer Durchschnitt. Diese deutlichen Unterschiede in der Rentenhöhe zwischen den Geschlechtern sind nicht neu. Sie zeigen sich auch bei den Kapitalauszahlungen: 2017 lagen sie für Männer bei etwa 136 000 Franken und für Frauen 56 600 Franken.
Vor diesem Hintergrund begrüsst die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF, dass der Bundesrat mit dem Reformmodell die schwierige Situation der Frauen im Rentenalter anerkennt und Massnahmen
ergreifen will, um das System der 2. Säule zu modernisieren. Dies ist sozialpolitisch dringend notwendig.
Aus gleichstellungs- und sozialpolitischen Gesichtspunkten bekräftigt der SGF aber seine langjährige Forderung, dass zu diesem Zweck eine Stärkung der ersten Säule vordringlich ist, statt mit den knappen Ressourcen das Leistungsniveau in der zweiten Säule zu erhalten. Denn von Leistungsverbesserungen in der ersten Säule profitieren – im Gegensatz zur zweiten Säule – alle Frauen.

Die umfassende Stellungnahme des SGF finden Sie hier:
2020-05-28_Vernehmlassungsstellungnahme des SGF zur Reform der beruflichen Vorsorge

Anerkennung der gemeinnützigen Arbeit in den Gemeinden

Brief an den

Schweizerischer Gemeindeverband
Herr Ständerat Hannes Germann
Laupenstrasse 35
Postfach
3005 Bern

Sehr geehrter Herr Ständerat
Sehr geehrte Damen und Herren

1888 gründeten die gemeinnützigen Frauenvereine in der deutschen und rätoromanischen Schweiz einen Dachverband; den SGF (Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen). Damit bezweckten die lokalen Frauenvereine eine Bündelung ihrer Aktivitäten, um gegenüber staatlichen Organen gestärkt aufzutreten. Die Aufgaben in den Sektionen haben sich geändert, das Engagement der Frauen ist nach wie vor grossartig und wird
erfreulicherweise von den Gemeinden anerkannt und geschätzt. Dafür danken wir Ihnen und Ihren Kollegen und Kolleginnen bestens.

Viele Gemeinden laden bereits heute die Freiwilligen aus Kultur, Sport und den gemeinnützigen Organisationen zu einem Apéro oder Helferanlass ein. Bei diesem Anlass treffen Gemeindevertre-ter/innen mit Freiwilligen zusammen.

Wir gehen in unseren Visionen weiter. Zur besseren Sichtbarkeit der ehrenamtlichen Arbeit – nicht nur, aber auch, der Frauenvereine - möchten wir anregen, dass die Gemeinden wiederkehrend, eine Preisvergabe für „gemeinnütziges Engagement“ lancieren. Damit würde der Bevölkerung – auch den Personen, die sich nicht ehrenamtlich engagieren können oder wollen – aufgezeigt, wie viel gemeinnützige Arbeit in den Gemeinden und Kantonen geleistet wird.
Sie vertreten als Verband eine starke Basis mit 1‘583 Gemeinden und wir bitten Sie, unseren An-stoss „Preisvergabe für gemeinnütziges Engagement“ zu prüfen, an Ihre Mitglieder weiterzuleiten und wenn möglich eine Empfehlung auszusprechen.

Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Über eine Rückmeldung zu unserem Begehren freuen wir uns.

Freundliche Grüsse

SGF - Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen

Béatrice Bürgin, Zentralpräsidentin
Jana Fehrensen, Ressort Marketing


Lenzburg, 26. September 2019

Lohn – Zeit – Respekt – Frauenstreik 2019

„Lohn – Zeit – Respekt“
Dies war das Motto des Frauenstreiks 2019. Hunderttausende von Frauen und auch sie unterstüt-zende Männer und Kinder gingen am 14. Juni auf die Strasse. Besonders bewegend fand ich, dass sich viele junge Frauen zeigten.

Es war eine friedliche, fröhliche, bunte und zeitweise auch laute Kundgebung, die bereits im Vorfeld für viele Texte und Kommentare sowohl in den elektronischen als auch in den Print-Medien gesorgt hatte.

Hat er etwas bewegt, der Frauenstreik?

Ich meine ja.

Plötzlich ist die Frage einer angemessenen weiblichen Vertretung in den Führungsgremien börsenkotierter Unternehmen in den eidgenössischen Räten wieder Thema. Ebenso der Vaterschaftsurlaub. Dass eine so grosse Anzahl von Menschen sich öffentlich für

Frauenrechte und für Gleichberechtigung einsetzt, kann nicht ohne Folgen bleiben.

Schön, dass einige SGF-Frauen dem Aufruf gefolgt sind und ebenfalls am „Streik“ teilgenommen haben. Dafür danken wir Ihnen!

Wie wir den Medien entnehmen können, stellen sich viele Frauen, auch und gerade junge Frauen, als Nationalratskandidatinnen zur Verfügung. Unterstützen wir sie mit unseren Wahlzetteln. Auch wenn sich die politischen Haltungen auch von Frauen stark an den Themen und Haltungen der jeweiligen Parteien orientieren, so hat doch eine Frau einen anderen Blick auf die Welt als ein Mann.

Auch hier möchten wir, wie bereits im Bundesrat verwirklicht, halbe-halbe.

Béatrice Bürgin, Zentralpräsidentin SGF